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Ina, wie hat sich dein beruflicher Weg entwickelt, bis du im Partnership Management gelandet bist?
Antwort:Nach der Geburt meines zweiten Kindes wollte ich mich neu orientieren. Ich war 14 Jahre lang Führungskraft und habe dann eine Initiativbewerbung geschrieben, weil ich gerne weiterhin Kund*innenkontakt haben wollte – aber in einer Position, die gut mit meinem Familienleben vereinbar ist. So bin ich ins Partnership Management gekommen. Spannend war für mich auch der Wechsel vom großen Konzern hin zu einem persönlichen Familienunternehmen mit kurzen Entscheidungswegen.
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Welche persönliche Stärke hat dir dabei am meisten geholfen?
Antwort:Ganz klar meine Kommunikationsfähigkeit und mein sicheres Auftreten. Außerdem bin ich vertrauenswürdig und stilsicher. Für mich steht der Kunde immer im Vordergrund. Diese Eigenschaften machen mich als Persönlichkeit aus – und mit ihnen kann ich Menschen überzeugen.
2. Partnerschaften verstehen & aktiv gestalten
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Welche Schritte gehören für dich dazu, wenn du eine neue Partnerschaft aufbaust?
Antwort:Für mich beginnt alles mit einem persönlichen ersten Kontakt – idealerweise bei einem Treffen vor Ort, alternativ per Telefon oder über Teams. Transparente Kommunikation ist essenziell: Was wünscht sich der Kunde? Und wie können wir diese Wünsche realistisch umsetzen? Parallel dazu geht es darum, Vertrauen aufzubauen. Denn ohne Vertrauen entsteht keine echte Partnerschaft.•
Wenn du deinen Job in einem Satz beschreiben müsstest – welcher wäre es?
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Woran erkennst du strategisch wertvolle Partnerschaften?
Antwort: An Verbindlichkeit – und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg. Und daran, dass wir den Wunsch des Kunden wirklich erfüllen können. Neben der geschäftlichen Ebene spielt für mich auch die persönliche Beziehung eine große Rolle. Wenn beides zusammenkommt, entsteht echtes Potenzial.
3. Verhandlungspsychologie & Beziehungsarbeit
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Wie gehst du an Verhandlungen heran ‒ eher strukturiert oder intuitiv?
Antwort:Bei mir ist es eine Mischung aus beidem. Natürlich gibt es eine feste Struktur: Ich ermittele den Kundenwunsch, kläre, ob Lagerware oder Sonderproduktion nötig ist, und wähle entsprechende Designs aus. Gleichzeitig verlasse ich mich in Gesprächen stark auf meine Intuition.
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Welche Rolle spielt Psychologie im Partnership‒Management?
Antwort: Eine sehr große. Wir arbeiten mit Bekleidung – und Bekleidung ist immer emotional. Ob Workwear, bei der die Identifikation mit dem Unternehmen im Mittelpunkt steht, oder Fanwear, die Zusammenhalt und Verbundenheit ausdrückt: Alles basiert auf Emotionen. Durch Gespräche und Erklärungen erkennt man oft den eigentlichen Need des Kunden – manchmal bevor es der Kunde selbst tut.
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Wie schaffst du stabile Beziehungen, auch wenn Gespräche schwierig werden?
Antwort: Indem ich Unklares oder Fehler offen anspreche. Es ist wichtig, dass beide Seiten ihre Bedürfnisse kommunizieren können. Und man muss im Austausch bleiben – aktiv, regelmäßig und verbindlich. Dazu gehört auch, Prozesse transparent zu erklären und die nächsten Schritte gemeinsam zu definieren.
4. Aktuelle Schwerpunkte & Entwicklungen
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Welche Partnerschaften stehen aktuell besonders im Fokus deiner Arbeit?
Antwort:Ich betreue im Moment die Iserlohn Roosters und wir arbeiten an einer neuen Kollektion für die Saison 26/27. Außerdem wurde gerade ein Teil der Auslieferung für die Telekom Baskets Bonn abgeschlossen.
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Welche Trends ver'ndern aktuell das Partnership‒Management?
Antwort: Im Bereich Kleidung sehen wir Oversize und Slightly Oversized als wichtige Trends – auch im Corporate Wear. Corporate Wear wird insgesamt alltagstauglicher.
Buckethats, Ugly Sweater, College‒ und Teddyjacken sind auch sehr gefragt. Außerdem ist Streetstyle ein großer Einfluss: kleines Logo vorne, großes Logo hinten.
Natürlich beeinflusst KI mittlerweile auch die Designprozesse: Viele Designs kommen bereits mit KI‒generierten Vorschlägen.
5. Blick hinter die Kulissen
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Welche Aufgaben werden im Partnership‒Management häufig unterschätzt?
Antwort: Viele unterschätzen, wie lang der Weg vom ersten Gespräch bis zum fertigen Artikel ist: Kommunikation, Abstimmungen zum Design, zur Veredelung, zu Größen und Qualität, Lieferzeiten bei Sonderproduktionen. Und wir sind von vielen Abteilungen abhängig – Design, Produktmanagement, Veredler, Operations.•
Gab es eine Partnerschaft, die dich besonders geprägt hat?
Antwort: Ja, gleich mehrere. Die Telekom Baskets Bonn stehen für eine transparente und schnelle Kommunikation – und der persönliche Austausch sorgt zusätzlich für eine sehr angenehme und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Iserlohn Roosters sind für mich ein absolutes Herzensprojekt, weil mein Sohn selbst Eishockey bei den Kölner Haien spielt. Und der Deutsche Alpenverein? Ganz klar: der „unkomplizierteste“ Kunde ever. ;)
6. Learnings, Wünsche & Perspektiven
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Welche Erfahrung hat deine Arbeitsweise besonders geprägt?
Antwort: Meine langjährige Erfahrung im Einzelhandel – und meine Zeit als Führungskraft. Beides hat mich gelehrt, Kunden zu verstehen, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und empathisch zu arbeiten.
7. Tipps & Ausblick
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Welchen Rat würdest du jemandem geben, der ins Partnership Management einsteigen möchte?
Antwort: Sei du selbst. Authentizität ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit. Außerdem: strukturiert arbeiten, klar kommunizieren und transparent über Abläufe sprechen.•
Worauf dürfen wir uns 2026 besonders freuen?
Antwort: Ich bin noch frisch in meiner Rolle und habe einige spannende Kunden im Blick, für die mein Herz schlägt und die ich gerne für uns gewinnen möchte.
8. Zitat Ina
„Nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.“
Emon Iqbal Hossain - Nachhaltigkeitsmanager
"Nachhaltigkeit bedeutet weit mehr als Umweltschutz."
11.03.2026
Interview mit unserem Nachhaltigkeitsmanager - Emon
1. Einstieg & persönliche Motivation
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Was hat dich persönlich dazu motiviert, im Bereich Nachhaltigkeit zu arbeiten?
Antwort:Die Textilbranche ist stark von Design, Ideenfindung und Kreativität geprägt. Ich habe schon immer weitergedacht und mich gefragt, was man noch verbessern oder erweitern kann. Viele Innovationen wurden bereits umgesetzt, dennoch bleibt die Textilindustrie nach der Energieproduktion aus fossilen Quellen eine der umweltbelastendsten Branchen weltweit. Besonders im Bereich der Nachhaltigkeit stehen wir vor großen Herausforderungen – sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch auf die Einhaltung der Menschenrechte in unseren Lieferketten. Mein persönliches Ziel ist es, so vielen Menschen wie möglich zu helfen und zu einer positiven Veränderung beizutragen.
Als ich selbst Student war und in Gazipur in Bangladesch in einem großen Fabrikkomplex mit mehreren Produktionsstätten gearbeitet habe, konnte ich die Bedingungen vor Ort mit eigenen Augen sehen. Ich habe hautnah erlebt, unter welchen Umständen die Menschen dort arbeiten und welche Auswirkungen die textile Herstellung auf die Umwelt hat. Diese Erfahrungen haben mich tief geprägt und mir deutlich vor Augen geführt, wie dringend Veränderungen in der Branche notwendig sind.
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Was bedeutet Nachhaltigkeit für dich persönlich im Alltag?
Antwort:Nachhaltigkeit wird häufig ausschließlich mit Umweltaspekten verbunden. Doch sie umfasst weit mehr: Nachhaltigkeit ist ein Weg, auf dem wir Menschen unterstützen, Lebensbedingungen verbessern und langfristige Stabilität schaffen können. In diesem Zusammenhang spielen drei zentrale Module eine Rolle: Umwelt, soziale Verantwortung bzw. Menschenrechte und Governance, also eine verantwortungsvolle und transparente Unternehmensführung. Diese drei Säulen bilden gemeinsam den ESG‑Ansatz – Environment, Social, Governance.
Mich bewegt vor allem die Möglichkeit, Menschen direkt zu helfen und ihre Lebensstandards nachhaltig zu verbessern. Jeder Mensch sollte in Würde leben können. Mit meiner Arbeit möchte ich genau dazu beitragen und dies im Rahmen meiner Möglichkeiten bestmöglich unterstützen.
2. Berufsbild & Alltag im Job
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Was genau macht ein Nachhaltigkeitsmanager – wie sieht dein typischer Tag aus?
Antwort:In meiner Arbeit bin ich stark auf die Lieferkette fokussiert und stehe in engem Austausch mit all unseren Lieferanten. Zu meinen zentralen Aufgaben gehören die Durchführung von Audits und die Begleitung von
Zertifizierungsprozessen. Darüber hinaus erstelle ich Präsentationen für Kund:innen und unterstütze sowohl intern als auch extern bei fachlichen Fragestellungen.
Ein wesentlicher Teil meiner Tätigkeit besteht darin, kontinuierlich zu prüfen, ob unsere internen Standards mit neuen gesetzlichen Anforderungen übereinstimmen. Außerdem dokumentiere ich alle notwendigen Schritte und Nachweise, die wir für spezifische Zertifizierungen benötigen.
Regelmäßig reise ich in unsere Produktionsländer, um dort interne Audits durchzuführen. Vor Ort tausche ich mich sowohl mit der Geschäftsführung als auch direkt mit den Mitarbeiter: innen aus, um ein vollständiges Bild der Prozesse und Arbeitsbedingungen zu erhalten.
Im Bereich der Beschaffung recherchiere und evaluiere ich neue potenzielle Lieferanten, die zu unseren Unternehmenswerten und Qualitätsstandards passen könnten. Dabei baue ich langfristige, vertrauensvolle Beziehungen auf und habe bereits Eine große Anzahl an Lieferanten erfolgreich durch den gesamten Onboarding‑Prozess begleitet.
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Wenn du deinen Job in einem Satz beschreiben müsstest – welcher wäre es?
Antwort:Make People’s lives better– Wir verbessern das Leben der Menschen.
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Gibt es etwas, das die meisten Menschen überraschen würde, wenn es um deinen Job geht?
Antwort: Kulturelles Verständnis ist für meine Arbeit essenziell. Ich arbeite mit vielen unterschiedlichen Kulturen zusammen, und die Denkweisen in unserem Büro unterscheiden sich oft von denen in unseren Lieferantenländern. Was bei uns funktioniert, lässt sich nicht automatisch auf andere Regionen übertragen. Gegenseitiges Verständnis ist daher die Grundlage einer funktionierenden Lieferkette. Zudem ist Nachhaltigkeit in Deutschland deutlich präsenter als in vielen Produktionsländern, weshalb kulturelle Sensibilität besonders wichtig ist.
3. Aktuelle Schwerpunkte & Herausforderungen
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Welche Themen stehen aktuell ganz oben auf deiner Agenda?
Antwort:Ein zentrales Projekt ist unsere Zusammenarbeit mit der GIZ, bei der wir kleine Bauern in Indien unterstützen und Frauen in unseren Lieferketten stärken – durch Bildung, Schulungen und direkte Zusammenarbeit mit den Fabrikleitungen. Dabei verfolgen wir mehrere Ziele: die Verbesserung der Arbeitsstandards in unserer gesamten Lieferkette sowie die Förderung von Sportprogrammen in Produzentenländern, um Motivation, Gesundheit und Teamgeist zu stärken. Gemeinsam mit ausgewählten Kund:innen besuchen wir diese Projekte vor Ort. Finanziert wird das Programm von uns, der GIZ und unseren Kund:innen.
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Was sind aus deiner Sicht die größten Herausforderungen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen?
Antwort: Mein persönlicher Wunsch ist es, unseren MBA‑Bereich langfristig carbon neutral zu gestalten und damit einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Gerade arbeite ich daran, Prozesse und Strukturen weiter zu professionalisieren und auszubauen – unter anderem durch die Implementierung und Einhaltung der ISO 9001, dem internationalen Standard für Qualitätsmanagement.
4. Blick nach vorn & Wünsche
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Was ist deiner Meinung nach der wichtigste Schritt, den jede:r einzelne tun kann, um nachhaltiger zu leben?
Antwort:Fast Fashion vermeiden. Lieber weniger Kleidung besitzen, dafür aber langlebige und nachhaltige Stücke auswählen. Auch der Kauf von Second‒Hand‒Mode ist für mich ein wichtiger Schritt, um Ressourcen zu schonen und Abfall zu reduzieren.
5. Zitat Emon
„Perfekte Nachhaltigkeit ist eine Illusion. Fortschritt nicht. Deshalb bleiben wir dran.“